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Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Umzugskosten - Was ist zu beachten?

Jährlich sehen sich viele Arbeitnehmer aber auch Private veranlasst, sich eine neue Wohnung zu suchen. Hierbei fallen natürlich Umzugskosten an. Viele Steuerpflichtige fragen sich daher berechtigt, ob sie diese Umzugskosten in ihrer aktuellen Einkommensteuererklärung steuermindernd geltend machen können. Hierzu ist Folgendes zu beachten. Zunächst ist der Anlass für den Umzug zu bestimmen, d. h., ist er beruflich veranlasst oder aus rein privaten Motiven vorgenommen worden?

Hat der Umzug berufliche Gründe, so kann man entweder eine Umzugskostenpauschale geltend machen oder die tatsächlichen Kosten. Die Umzugspauschale wird zwei Mal im Jahr durch das Bundesministerium für Finanzen festgelegt und betrug im Jahr 2011 für Eheleute 1279 Euro bzw. 1283 Euro, für Ledige 640 Euro bzw. 641 Euro und für jede weitere Person 282 Euro bzw. 283 Euro. Ist der Umzug beruflich veranlasst, so handelt es sich um Werbungskosten. Zu beachten ist hier, dass der Abzug natürlich entfällt, wenn die Umzugskosten vom Arbeitgeber gem. § 3 Nr.16 EStG (Einkommensteuergesetz) erstattet worden sind.

War der Umzug hingegen aus privaten Gründen vorgenommen worden, so hilft dem Steuerpflichtigen, da es sich dann nicht mehr um Werbungskosten handelt, die Regelung des § 35a EStG. Hiernach fallen dann nur die tatsächlich angefallenen Kosten unter haushaltsnahe Dienstleistungen, mit zu erbringendem Nachweis. Der Nachteil ist hier, dass nur 20 % der Umzugskosten geltend gemacht werden können, aber der Vorteil ist, dass diese Kosten direkt von der tariflichen Einkommensteuer abgezogen werden. Hier führen die Umzugskosten zu einem Steuernachlass.

Letztlich können Umzugskosten aber auch aus gesundheitlichen Gründen (z. B. Krankheit oder Behinderung) anfallen. Dann handelt es sich bei den Umzugskosten weder um Werbungskosten noch um eine Steuerermäßigung, sondern um außergewöhnliche Belastungen. In diesem Fall ist die außergewöhnliche Belastung aber um die zumutbare Belastung zu reduzieren. Diese liegt zwischen 1 % und 7 % vom Gesamtbetrag der Einkünfte.

Der folgende Fall soll die obigen Unterschiede anhand der zu zahlenden Einkommensteuer verdeutlichen: Ein Lediger ohne Kinder hat Einkünfte von 30.000 Euro. Er hat nachgewiesene Umzugskosten von 4000 Euro. Weitere Abzüge sollen vernachlässigt werden. Seine zumutbare Belastung liegt bei 6 % seiner Einkünfte. Sein Umzug ist

a) beruflich veranlasst: 30.000 Euro - 4000 Euro = 26.000 EUR, d. h. ESt = 4400 Euro.

b) privat veranlasst: 30.000 Euro, d. h. tarifliche ESt= 5625 Euro - 800 Euro = ESt = 4825 Euro.

c) gesundheitlich veranlasst: 30.000 Euro - 2200 Euro = 27.800 Euro, d. h. ESt = 4942 Euro.

Fazit: Sie können in Ihrer aktuellen Einkommensteuererklärung 2011 natürlich Ihre Umzugskosten steuerlich geltend machen. In welcher Höhe diese jedoch berücksichtigt werden können, hängt davon ab, aus welchen Gründen Sie Ihren Umzug vorgenommen haben. Geben Sie in jedem Fall die volle Höhe Ihrer Kosten an und fügen Sie Belege bei.

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