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Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Sonderausgaben oder Werbungskosten - Wer ist unbegrenzt abzugsfähig?

Sonderausgaben (SA) wie auch Werbungskosten gehören zu den Aufwendungen, die Ihre Steuerlast senken können. Bei Werbungskosten auf der einen Seite liegt bei Arbeitnehmern der Werbungskostenpauschbetrag seit 01.01.2011 bei genau 1000 EUR, d. h., wer keine oder geringere Werbungskosten nachweist, dessen Einkünfte werden um genau diesen Betrag reduziert.

Wer jedoch Werbungskosten nachweist, die über diesem Betrag liegen, der kann diese unbegrenzt steuerlich geltend machen. Dabei ist zu beachten, dass diese nachgewiesenen Werbungskosten nicht neben oder nachgelagert berücksichtigt werden, sondern anstelle der Pauschale gelten. Es gibt also keine Anrechnung.

Bei Sonderausgaben auf der anderen Seite muss man zunächst differenzieren. Es gibt sowohl begrenzt abzugsfähige Sonderausgaben als auch unbegrenzt abzugsfähige Sonderausgaben. Beide Arten gehören zu den echten SA. Als unechte Sonderausgabe bezeichnet man den Verlustabzug, da diesem unmittelbar kein Abfluss in Geld oder Geldeswert zugrunde liegt.

Der Steuerpflichtige muss sich daher fragen, ob die ganz konkrete Sonderausgabe, die er geltend machen will, zu der begrenzten oder unbegrenzten Gattung gehört. Die Antwort findet sich im Einkommensteuergesetz (EStG) in den §§ 10, 10a bis i EStG. Danach erfolgt folgende Unterteilung:

a) Begrenzt abzugsfähige SA

Beiträge zur Rentenversicherung, Beiträge zur Krankenversicherung, Beiträge zur Pflegeversicherung, Unterhaltsleistungen an den Ex-Gatten, Berufsausbildungskosten, Schulgeld, Spenden usw..

b) Unbegrenzt abzugsfähige SA

Versorgungsleistungen i. S. d. § 10 I Nr.1a EStG, Leistungen aufgrund eines Versorgungsausgleichs und gezahlte Kirchensteuer.

Nur wenn Ihre Sonderausgabe zu der zweiten Variante gehört, ist sie bei Vorliegen der Voraussetzungen unbegrenzt abzugsfähig. Zu beachten ist letztlich noch, dass es zwar unbegrenzt abzugsfähige Sonderausgaben und unbegrenzt abzugsfähige Werbungskosten gibt, aber das echte Sonderausgaben nur in dem Jahr geltend gemacht werden können, in dem sie anfallen. Ausnahme ist der oben erwähnte Verlustabzug. Im anfallenden Jahr nicht ausgenutzte Werbungskosten dagegen können alle festgestellt und vor- oder zurückgetragen werden, um dort Berücksichtigung zu finden.

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