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Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Ausländische Aktien - Muss man die Zahlung einer Dividende erklären?

Viele Anleger überlegen sich zuweilen, ob sie auch Aktien ausländischer Kapitalgesellschaften in ihr Depot legen sollten. Zur Streuung ist dies sicherlich nicht verkehrt, aber man sollte auch an mögliche Dividendenzahlungen denken. In Deutschland müssen alle Kapitalerträge, die im Ausland erzielt wurden, in der Steuererklärung angegeben werden, denn egal ob im Inland oder Ausland Dividenden erlangt wurden, es gilt hier die Abgeltungssteuer i.H.v. 25 %. Doch aufgepasst, auch wenn die Steuer im Ausland (Quellensteuer genannt), z.B. in Österreich auch 25 % wie die Abgeltungssteuer beträgt, so ist man von der Pflicht zur Erklärung der Dividendenzahlung in Deutschland nicht befreit. In Deutschland fallen weiterhin 25 % Abgeltungssteuer plus Soli und eventueller Kirchensteuer an. Man kann also nicht sagen, man hätte doch im Ausland bereits Steuern gezahlt.

Damit die Anleger auf der ganzen Welt aber nicht doppelt belastet werden, hat z.B. auch Deutschland mit sehr vielen Ländern, die nach dem Prinzip des Welteinkommens besteuern, sog. Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) abgeschlossen oder besser gesagt Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung. In ihnen ist die Höhe der Quellensteuer und der Prozentsatz der in Deutschland anrechenbaren Abgeltungssteuer festgelegt. Letzterer beträgt regelmäßig 15 %, aber es gibt auch DBA, wonach der Prozentsatz Null beträgt. Dann erfolgt überhaupt keine Anrechnung. Ist die Quellensteuersatz eines ausländischen Staates höher als der Anrechnungsprozentsatz der Abgeltungssteuer, so muss sich der Anleger vom ausländischen zuständigen Finanzamt des Sitzes der Kapitalgesellschaft den zu viel einbehaltenen Teil selbst auf mühevolle Weise zurückholen. Dies sollten Anleger schon vor dem Kauf eines Anteilscheins beachten. Die folgenden Beispiele zeigen, wie sich die Quellensteuer (2011) und der anrechenbare Teil der Abgeltungssteuer auf ausländische Dividendenzahlungen auswirken:

Aktien in Großbritanien: keine Quellensteuer, somit keine Rückforderung, volle 25 % Steuer in Deutschland

Aktien in USA: 15 % Quellensteuer, keine Rückforderung (volle Anrechnung), noch 10 % Steuer in Deutschland

Aktien in Schweiz: 35 % Quellensteuer, 20 % Rückforderung, noch 10 % Steuer in Deutschland

Aktien in Spanien: 19 % Quellensteuer, 19 % Rückforderung, volle 25 % Abgeltungssteuer in Deutschland

Fazit

Je niedriger die Quellensteuer ist, desto geringer ist grds. Ihre Rückforderung gegenüber dem ausländischen Finanzamt, wenn es eine Anrechnungsvereinbarung von 15 % zwischen den zwei Staaten gibt. Wenn Sie nichts in Ihrer Steuererklärung angeben, laufen Sie zwar nicht Gefahr einer Doppelbesteuerung zu begegnen, aber begehen eine mit Strafe bedrohte Steuerhinterziehung. Kommen Sie daher immer Ihrer Erklärungspflicht nach.

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