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Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Betriebskostenabrechnung - Warum Geld verschenken?

Viele Mieter verschenken Geld, da sie ihre Betriebskosten nicht von der Steuer absetzen. Aufwendungen wie z. B. für die Gartenpflege, den Hausmeister, den Winterdienst, die Ungezieferbekämpfung oder die Hausreinigung können sie als haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen. Aber auch Wartungsarbeiten am Aufzug oder der Heizungsanlage sind steuerlich begünstigt. Absetzbar sind aber nicht die gesamten Aufwendungen, d. h. volle 100 %, sondern nur 20 %. Auch können nur die Arbeits- und Fahrtkosten, aber nicht die Materialkosten abgesetzt werden. Das müssen Sie daher in Ihrer Nebenkostenabrechnung trennen.

Die Absetzbarkeit erfolgt direkt von der ermittelten tariflichen Einkommensteuer. Es handelt sich hier also um eine Steuerermäßigung. Um diese zu erhalten, muss der Vermieter aber seinen Teil dazu beitragen. Er ist verpflichtet, im Rahmen der jährlichen Betriebskostenabrechnung alle in Betracht kommenden Posten aufzulisten und den Anteil der steuerbegünstigten Aufwendungen genau auszuweisen.

Regelmäßig wird dem Mieter aber für das abgelaufene Jahr, für das er bis 31.05. seine Steuererklärung anfertigt, noch keine Betriebskostenabrechnung vorliegen. Der Vermieter hat nämlich gemäß § 556 III 1 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) bis zu ein Jahr Zeit, um diese Abrechnung zu erstellen. Dies soll jedoch für den Mieter keine Rechtsnachteile mit sich bringen. Die Finanzverwaltung hat an dieses Problem gedacht und Folgendes festgelegt:

Auszug aus dem Schreiben vom 15.02.2010 betr. Anwendungsschreiben zu § 35a EStG (Einkommensteuergesetz); Überarbeitung des BMF-Schreibens vom 26.10.2007: „Aufwendungen für regelmäßig wiederkehrende Dienstleistungen (...) werden grundsätzlich anhand der geleisteten Vorauszahlungen im Jahr der Vorauszahlungen berücksichtigt, einmalige Aufwendungen (...) dagegen erst im Jahr der Genehmigung der Jahresabrechnung. (...) Es ist aber auch nicht zu beanstanden, wenn Wohnungseigentümer die gesamten Aufwendungen erst in dem Jahr geltend machen, in dem die Jahresabrechnung (...) genehmigt worden ist. Für die zeitliche Berücksichtigung von Nebenkosten bei Mietern gelten die vorstehenden Ausführungen entsprechend."

Sie können also die Kosten, die zurückliegend im Jahr 2010 entstanden sind, aber erst 2011 abgerechnet wurden, in der jetzigen Steuererklärung für 2011 noch bis 31.05.2012 angeben. In Zahlen heißt das: 20 % von 6000 Euro für Handwerkerarbeiten und 20 % von 20000 Euro für haushaltsnahe Dienstleistungen.

Fazit: Auch wenn Sie den Handwerker oder z. B. den Gebäudereiniger nicht selber beauftragt haben, können Sie von den Aufwendungen Steuernachlässe erhalten. Überprüfen Sie daher genau Ihre Nebenkostenabrechnung, reichen Sie Ihre Nebenkostenabrechnung als Beweis beim Finanzamt ein und verschenken Sie daher als Mieter kein Geld.

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