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Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Ausländische Fonds - Was müssen Anleger hauptsächlich beachten?

Viele Anleger scheuen das Direktinvestment in ausländische Aktien und glauben, wenn sie in ausländische Aktienfonds investieren, wäre ihr Geld gut angelegt. Ein Aktienfonds ist ein von einer Kapitalanlagegesellschaft verwaltetes Sondervermögen, welches vom Vermögen der Gesellschaft strikt getrennt wird, also im Insolvenzfall nicht unter die Insolvenzmasse der Gesellschaft fällt. Dies ist sicherlich positiv, jedoch gibt man sein Geld bei einem Fonds in fremde Hände, d.h. man verliert die Kontrolle und kann nur noch hoffen, dass der Fondsmanager alles richtig macht. Dass dies nicht immer so ist, zeigt das aktuelle Beispiel der US-Großbank JP Morgan Chase, bei der durch menschliches Fehlverhalten über 2 Mrd. Dollar verzockt wurden. Sie sollten daher bei der Auswahl der Investmentgesellschaft besonders vorsichtig sein.

Worauf Anleger weiter achten sollten ist die Quellensteuer. Viele legen ihr Geld im Ausland an, ohne es zu wissen. Fast 2/3 aller in Deutschland erhältlichen Fonds sind im Ausland aufgelegt. Sie erkennen dies daran, dass die ISIN nicht mit dem Kürzel DE für Deutschland endet. Jedes Land hat seine eigene Quellensteuer auf z.B. Dividenden bei Aktien. Haben Sie die ausländische Aktie selbst gekauft, so können Sie sich erkundigen, welche Quellensteuer im jeweiligen Land anfällt und wenn ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland besteht, welcher Betrag auf die Abgeltungssteuer von 25 % angerechnet wird und welcher Betrag vom ausländischen Finanzamt von Ihnen zurückgefordert werden kann, damit keine Doppelbesteuerung eintritt. Dies ist manchmal zwar etwas umständlich, aber möglich. Bei einem ausländischen Aktienfonds, der weltweit Erträge erzielt, stehen Sie zunächst ohne fremde Hilfe da. Die Kapitalanlagegesellschaft hat nur die gesetzliche Verpflichtung Ihnen die ausländischen Erträge und die darauf einbehaltene ausländische Quellensteuer in einer Summe auszuweisen. Eine exakte Aufschlüsselung nach dem Herkunftsland der Erträge und der Höhe der jeweiligen Quellensteuer ist nicht vorgesehen. Die Zurückforderung von zu viel einbehaltener Quellensteuer wird für Sie somit fast unmöglich. Sie können jedoch probieren, ob Ihnen die Kapitalanlagesellschaft (dann auf Antrag und gegen Gebühr) bei der Rückforderung behilflich ist. Erfolgt keine Hilfe, so zahlen Sie drauf, d.h. ihre Erträge werden dann zum Teil doppelt versteuert und Sie erhalten weniger.

Letztlich soll noch auf eine weitere Problematik hingewiesen werden. Viele Auslandsfonds schütten ihre Erträge nicht aus, sondern schlagen sie dem Fondsvermögen zu. Dies nennt man einen thesaurierenden Fonds. Obwohl der Anleger in diesem Fall keine laufenden Zahlungen erhält, hat er die Pflicht diese in Deutschland zu versteuern, sog. Zufluss-Fiktion. Der Anleger muss daher aktiv werden und die eigentlich nicht geflossenen Einnahmen in seiner Steuererklärung angeben. Wenn nun der Anleger irgendwann seine ausländischen Fondsanteile wieder verkauft, dann führt die deutsche Depotbank dafür wiederum Abgeltungssteuer vom Gewinn ab. Der Anleger hat daher vorerst zwei Mal Steuern gezahlt. Über die Steuererklärung kann man jedoch, wenn man den Nachweis über die bereits gezahlte Steuer lückenlos erbringen kann, die Rückzahlung der zu viel gezahlten Steuer erlangen. Hier haben Erben von Fondspaketen oft Probleme, da ihnen der Nachweis nicht gelingt. In diesem Fall erfolgt also wieder eine Doppelbesteuerung. Sammeln Sie daher über die gesamte Haltedauer des ausländischen Fonds die Nachweise über thesaurierte Beträge wie auch über die Steuerzahlungen.

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