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Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Rürup Rente - Sind Arbeitnehmer benachteiligt?

Viele Arbeitnehmer, aber auch Selbstständige, müssen heute bereits an ihren Ruhestand denken und Vorsorge treffen, um ihren Lebensstandard auch später aufrecht zu erhalten. Dazu bietet sich u.a. der Abschluss eines privaten Rürup-Vertrages an. Bei diesem gelten die gezahlten Beiträge als Sonderausgaben, d.h. werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Anders als beim Riester-Vertrag gibt es hier jedoch keine staatlichen Zulagen.

Das Finanzamt erkennt in 2011 von den gezahlten Beiträgen bis 20.000 Euro bzw. 40.000 Euro (Ehepaare) genau 72 %, d.h. maximal 14.400 Euro bzw. 28.800 Euro (Ehepaare) als Sonderausgaben an. Diese Prozentzahl erhöht sich bis 2025 schrittweise auf 100 %. Der Steuerpflichtige muss dafür lediglich die Anlage Vorsorgeaufwand im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung ausfüllen. Zu beachten ist jedoch, dass von den gezahlten Beiträgen eines Arbeitnehmers nach Ermittlung des 72 %-Betrages noch der Arbeitgeberanteil abgezogen werden muss. Dieser Abzug besteht daher nicht bei arbeitslosen Personen oder bei Selbstständigen. Die folgenden 3 Beispiele zeigen wie trotz gleicher Beitragshöhe von 9.000 Euro ein unterschiedlicher Sonderausgabenabzug zu berücksichtigen ist.

Bsp.: Arbeitnehmerin und arbeitloser Ehemann

Die Ehefrau hat nur in die gesetzliche Rentenversicherung zusammen mit ihrem Arbeitgeber Beiträge i.H.v. 7.761 Euro eingezahlt (19,9 % von 39.000 Euro Bruttoarbeitslohn). Ihr Ehemann war arbeitslos, hat aber in eine Rürup-Rentenversicherung im Jahr 2011 genau 1.239 Euro Beiträge eingezahlt. Die Beiträge werden zunächst addiert auf 9000 Euro und davon 72 % ermittelt, d.h. 6.480 Euro. Da der Arbeitgeberanteil bei den Beiträgen der Ehefrau noch abgezogen werden muss, ist lediglich ein Sonderausgabenabzug i.H.v. 2.600 Euro (gerundet) möglich.

Bsp.: Arbeitnehmer

Ein Arbeitnehmer hat im Jahre 2011 zusammen mit seinem Arbeitgeber Beiträge i.H.v. 9.000 Euro in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt (19,9 % von 45.226,14 Euro Bruttoarbeitslohn). 72 % davon sind s.o. 6.480 EUR. Da nunmehr der AG-Anteil wieder abgezogen werden muss, besteht ein SA-Abzug i.H.v. 1.980 Euro.

Bsp.: Selbstständiger

Ein Selbstständiger hat nur einen Rürup-Vertrag abgeschlossen, um Steuern zu sparen. Sein eingezahlter Beitrag hat eine Höhe von 9.000 Euro. 72 % davon werden steuerlich berücksichtigt. Sein SA-Abzug beträgt 6.480 Euro.

Fazit: Diese Gegenüberstellung macht deutlich, dass bei gleicher Beitragshöhe der Arbeitnehmer den kleinsten Sonderausgabenabzug geltend machen kann. Seine Vergünstigung ist nicht 72 %, sondern nur 22 %. In Anbetracht des Zweckes des Rürup-Vertrages sollte man aber auch dieses Entgegenkommen des Staates mitnehmen.

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