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Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Handwerker und Haushaltshilfe - Kosten unbegrenzt absetzbar?

Der Staat beteiligt sich auch in diesem Jahr wieder an den Aufwendungen, die eine Privatperson in ihrem Haushalt oder auf ihrem Grundstück hatte, also an Kosten, die nicht beruflich veranlasst waren. Die gesetzliche Grundlage hierfür findet sich in § 35a EStG (Einkommensteuergesetz). Dabei erfolgt eine gesetzliche Dreiteilung zwischen haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnissen, haushaltsnahen Dienstleistungen und Handwerkerleistungen.

Diese Aufteilung ist wichtig, da die Steuerermäßigung zwar immer 20% beträgt, aber verschiedene Höchstbeträge gelten. Zahlungen an Handwerker werden daher bis zu 6000 Euro berücksichtigt und Zahlungen an sozial versicherte oder selbstständige Haushaltshilfen bis zu 20.000 Euro, aber Zahlungen an Minijobber nur bis zu 2550 Euro. Auf diese Beträge werden 20% steuerlich berücksichtigt, also 1200 Euro, 4000 Euro und 510 Euro. Sie können somit maximal 28.550 Euro im Privatbereich ausgeben, von denen aber durch die Aufteilung nur maximal 5710 Euro steuerlich berücksichtigt werden.

Die zweite Besonderheit, neben der Tatsache dass Privatkosten im Steuerrecht berücksichtigt werden, liegt darin, dass diese Aufwendungen nicht von den Einkünften oder dem Einkommen abzuziehen sind, sondern von der ermittelten tariflichen Einkommensteuer. Es handelt sich daher bei den Aufwendungen nicht um Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnlichen Belastungen, sondern um einen Steuernachlass. Dies zeigt folgendes Beispiel:

Ein Ehepaar hat ein zu versteuerndes Einkommen von 40.000 Euro. Hierfür müssten sie eigentlich genau 5402 Euro an Einkommensteuer zahlen. Das Ehepaar hat aber auch im privaten Bereich Ausgaben getätigt. Diese waren 3000 Euro für Hilfen im Haushalt durch einen Minijobber, 2500 Euro (ohne Materialkosten) für Maler und Tapezierarbeiten durch eine Firma und 2000 Euro für Gartenpflegedienste. Die Ausgaben für den Minijobber können nicht zu 3000 Euro berücksichtigt werden, sondern nur zu 2550 Euro, also sind hier 510 Euro steuerlich zu berücksichtigen. Die 2500 Euro für die Firma gehen in voller Höhe in die Berechnung ein, d.h. mit 500 Euro und die Gartenpflegedienste sind ebenfalls voll mit 20% zu berücksichtigen, also mit 400 Euro. Der Gesamtsteuernachlass beträgt somit 1410 Euro. Das Ehepaar zahlt somit nicht 5402 Euro an Einkommensteuer, sondern nur 3992 Euro.

Zu beachten ist letztlich noch, dass Ausgaben im privaten Bereich nicht in bar erfolgen dürfen, sondern stets durch Überweisung. Das Finanzamt wird im Zweifel Bankbelege und Rechnungen anfordern. Halten Sie diese also parat.

Fazit: Die Kosten für Handwerker und Haushaltshilfen sind nicht unbegrenzt absetzbar. Verschieben Sie daher, wenn dies möglich ist, Ausgaben ins Folgejahr.

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