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Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Fahrt zur Arbeit - Kosten doppelt absetzbar?

Arbeitnehmer arbeiten durchschnittlich an 230 Tagen im Jahr. Sie fahren z. B. mit dem Auto, dem Motorrad, dem Bus, der Bahn oder per Fahrrad zur Arbeit. Nun verursachen diese Fahrten natürlich Kosten. Viele Arbeitnehmer fragen sich daher, ob diese Kosten einfach oder doppelt, d. h. nur die Hin- oder Rückfahrt oder beide Fahrten absetzbar sind. Dazu kann Folgendes gesagt werden:

Im Grundsatz erkennt das Finanzamt (FA) nur die einfache Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsstätte an, d. h. nur die Hinfahrt oder die Rückfahrt. Hierfür gibt es pauschal 0,30 EUR je Kilometer, egal mit welchem Beförderungsmittel man fährt. Egal ist auch, ob man unterschiedliche Wegstrecken zur Arbeit zurücklegt, d. h. man muss nicht immer den kürzesten Weg fahren. Auch längere Wegstrecken zur Arbeit werden durch das Finanzamt akzeptiert, wenn man dadurch seine Arbeitsstätte schneller erreicht, also diese Strecke dann offensichtlich verkehrsgünstiger war.

Wenn Sie nur 10 km zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zurücklegen, schöpfen Sie den (2011) neuen Arbeitnehmer-Werbungskostenpauschbetrag von 1000 EUR noch nicht aus. Hier wären Ihre Kosten für die Fahrt zur Arbeit bei 230 Arbeitstagen nur 690 EUR und das FA würde Ihnen entgegenkommen und trotzdem 1000 EUR als Werbungskosten von Ihren Einkünften abziehen.

Interessanter wird die Sache, wenn Sie z. B. 20 km zur Arbeit benötigen. Dann lägen Ihre Kosten bei 1380 EUR. Wenn Sie diese Kosten angeben, so werden Ihnen nicht der AN-Werbungskostenpauschbetrag, sondern diese Kosten gutgeschrieben. Zu beachten ist jedoch, dass das FA auch die Streckenentfernung überprüft. Somit sollte auf keinen Fall zur Vermeidung von Ärger eine falsche km-Entfernung angegeben werden.

Die ohne Nachweis - aber von der Entfernung nachprüfbar - berücksichtigten Kosten liegen derzeit gemäß § 9 EStG (Einkommensteuergesetz) bei maximal 4500 EUR im Jahr. Dies entspricht einer Entfernung zwischen Arbeitsstätte und Wohnung von rund 65 km. Sie können aber auch noch höhere Kosten als 4500 EUR geltend machen, aber dann müssen Sie dafür Belege wie Fahrscheine, Bahntickets, Werkstattrechnungen mit km-Ständen, Tankquittungen usw. einreichen.

Im Grundsatz können Sie also nur die einfache Strecke, aber mit Belegen unbegrenzt, geltend machen. Es gibt jedoch auch Ausnahmen, bei denen Arbeitnehmer ihre Hin- und Rückfahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte steuerlich geltend machen können. Dies gilt bei Arbeitnehmern, die keine regelmäßige Arbeitsstätte haben. Diese können also jeden gefahrenen Kilometer mit 0,30 EUR oder die tatsächlichen Kilometerkosten absetzen. Begünstigt sind hier z. B. Außendienstler, Montagearbeiter und Gebäudereiniger, aber auch nachweisbar gehbehinderte Arbeitnehmer.

Fazit: Die Fahrtkosten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sind grundsätzlich einfach unbegrenzt und für manche Arbeitnehmer sogar doppelt unbegrenzt absetzbar.

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