Rechtsanwalt Wudtke Berlin - Anwalt Steuerrecht, Anwalt Sozialrecht, Anwalt Arbeitsrecht

Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Kindergeld oder Kinderfreibeträge - Was ist günstiger?

Viele Steuerpflichtige mit Kindern fragen sich nach Erhalt des Steuerbescheides, ob die Einkommensteuer bei ihnen richtig festgesetzt wurde, denn sie haben von der Günstigerprüfung im Zusammenhang mit Kindergeld und Freibeträgen für Kinder gehört. Zunächst muss daher etwas zu Kindergeld und Freibeträgen für Kinder gesagt werden. Die Höhe des Kindergeldes ist abhängig von der Anzahl ihrer Kinder. Für ein Kind bekommen sie derzeit 184 EUR im Monat, für 2 Kinder sind es 368 EUR im Monat, für 3 Kinder sind es 558 EUR im Monat und für jedes weitere Kind erhalten sie 215 EUR. Gemäß § 31 Satz 3 EStG (Einkommensteuergesetz) wird Kindergeld als Steuervergütung gezahlt. Es gehört somit nicht zu einer der Einkunftsarten.

Der Kinderfreibetrag hat eine Höhe von 4368 EUR im Jahr. Ihn gibt es nur einmal. Achtung: Deshalb ist das Wort Kinderfreibeträge nicht die Mehrzahl von Kinderfreibetrag. Unter Kinderfreibeträge versteht man die Summe aus dem Kinderfreibetrag und dem Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung. Seine Höhe beträgt daher mehr als 4368 EUR, d. h. 7008 EUR, und sollte besser nur Freibeträge für Kinder statt Kinderfreibeträge heißen.

Ob Kindergeld oder Freibeträge für Kinder günstiger sind bzgl. der festzusetzenden Einkommensteuer, kann man nicht pauschal beantworten, da der Kinderfreibetrag wie auch der sog. Betreuungsfreibetrag in ihrer Höhe veränderbar sind, je nachdem, wann ihr Kind geboren wurde und ob sie vom Vater getrennt leben usw..

Das folgende Beispiel soll dies verdeutlichen. Es bleiben alle Rahmenbedingungen gleich, nur die Höhe des Einkommens verändert sich. Im Ergebnis ist einmal das Kindergeld günstiger und einmal die Freibeträge für Kinder. Rahmenbedingungen: Verheiratetes Paar, 3jährigen Sohn aus früherer Partnerschaft, Mutter erhält volles Kindergeld und vollen Betreuungsfreibetrag, aber nur halben Kinderfreibetrag.

a) Berechnung ohne Freibeträge

Einkommen = zu versteuerndes Einkommen, Steuer nach Splittingtarif = festzusetzende Einkommensteuer (ESt).

20.000 EUR = 20.000 EUR, 630 EUR

30.000 EUR = 30.000 EUR, 2820 EUR

b) Berechnung mit Freibeträge

Einkommen abzgl. Freibeträge für Kinder = z. V. E., Steuer nach Splittingtarif + 1/2 Kindergeld = festzusetzende ESt.

20.000 EUR - 4824 EUR = 15176 EUR, 0 EUR + 1104 EUR = 1104 EUR

30.000 EUR - 4824 EUR = 25176 EUR, 1666 EUR + 1104 EUR = 2770 EUR

Wie der Vergleich zeigt, ist bei einem Einkommen von 20.000 EUR das Kindergeld günstiger und bei 30.000 EUR die Berechnung mit den Freibeträgen für Kinder. Beim Einkommen von 30.000 EUR ist die Gesamtentlastung für die Familie 1154 EUR (2820 EUR - 1666 EUR). 1104 EUR Kindergeld wurde bereits im Laufe des Jahres als Steuer vergütet und mit der Steuererklärung erhält die Familie noch mal eine Steuerermäßigung von 50 EUR.

Fazit: Familien mit Kindern müssen ab einem bestimmten Einkommen auch Einkommensteuer zahlen, aber ob ihnen nun das Kindergeld bleibt und sie etwas Einkommensteuer zahlen müssen oder ob sie Kindergeld anrechnen lassen müssen, es also indirekt teilweise oder ganz zurückgeben und dann trotzdem noch eine geringere Steuer im Vergleich zahlen, ist eine Frage des Einzelfalles.

Wenn Sie noch Fragen haben vereinbaren Sie noch heute einen Termin unter der Telefonnummer 030/88719214 oder nutzen Sie das Kontaktformular.

  • Telefon:
    030 - 88 71 92 14
  • E-Mail:
  • Adresse:
    Kurfürstendamm 216
    10719 Berlin

Direkt-Links