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Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Riester Förderung - Zulagen gleich Sonderausgaben?

Das Riester-Sparen für die Altersvorsorge findet in Deutschland immer größere Beliebtheit und feiert 2012 sein 10jähriges Jubiläum. Seit seiner Einführung wurden bisher über 15 Millionen Verträge in Form von Rentenversicherungen, Bank- oder Fondssparplänen oder für die Finanzierung von Immobilien abgeschlossen. Die Begeisterung kommt zum einen daher, da der Staat beim Sparen durch Zulagen hilft und zum anderen, dass die Steuerlast unter Umständen sinkt. Da Renten im Alter immer mehr versteuert werden müssen, sollte man sich, wenn möglich, am Riester-Sparen beteiligen. Zu den Förderberechtigten gehören zum Beispiel alle Pflichtversicherten in der deutschen Rentenversicherung, Beamte, Arbeitslose, Eltern im Erziehungsurlaub, aber auch Selbstständige, wenn sie Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlen. Viele Verheiratete sind aber auch mittelbar berechtigt.

Die Zulagen haben sich seit Einführung des Riester-Sparens ständig erhöht. War die Grundzulage ursprünglich noch 38 Euro für Ledige, so ist sie heute 154 Euro (bei Verheirateten das Doppelte). Daneben gibt es aber auch noch eine Extrazulage von 200 Euro für einen Vertragsabschluss bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres. Eltern bekommen für ihre Kinder ebenfalls Zulagen und zwar 185 Euro pro Jahr für jedes Kind, welches vor 2008 geboren wurde und 300 Euro, wenn das Kind seit 2008 geboren wurde. Der Sparer muss, um die volle Zulage zu erhalten, mindestens 4 % seines Bruttolohns des Vorjahres sparen, wobei der maximal geförderte Beitrag derzeit bei 2100 Euro bei Ledigen und 4200 Euro bei Verheirateten liegt. Das Finanzamt erkennt eigene Beiträge des Steuerpflichtigen und Zulagen, die nicht vom Steuerpflichtigen aufgebracht wurden, sondern vom Staat (!) als Sonderausgabe an und somit verringert sich das zu versteuernde Einkommen. Füllen Sie daher zu Ihrer Einkommensteuererklärung unbedingt die Anlage AV aus. Wenn die Steuerersparnis größer als die Zulagen ist, dann wird Ihnen die Zulage rechnerisch abgezogen, damit keine Doppelbegünstigung eintritt, aber sie erhalten zusätzlich eine Steuererstattung.

Bsp. in 2011 für Zulage und Steuerersparnis

Ein Lediger hat inklusive Zulage 2000 Euro in einen Riestervertrag eingezahlt. Das Finanzamt zieht diese Summe als Sonderausgabe ab. Dadurch sinkt die Steuerlast bei 50.000 Euro Bruttolohn um 750 Euro (ohne Solidaritätszuschlag). Davon zieht das Finanzamt die 154 Euro Grundzulage ab. Damit bleibt eine Steuerersparnis von 596 Euro und die Zulage.

Bsp. in 2011 für nur Zulage

Ein Ehepaar hat 3 Kinder, die alle seit 2008 geboren wurden. Die Ehefrau hat 30000 Euro brutto verdient und ihr Ehemann so wie oben 50000 Euro. Sie erhält Zulagen von 1054 Euro. Da sie die vollen Zulagen nur erhält, wenn sie 4 % von 30000 Euro, d.h. 1200 Euro spart, hat sie selbst nur 146 Euro eingezahlt. Ihr Mann muss zur Zulage von 154 Euro noch 1846 Euro einzahlen, um die volle Zulage zu erhalten. Durch den Abzug der Zulagen und Beiträge von zusammen 3200 Euro, welcher unterhalb der Maximalförderung von 4200 Euro liegt, hätte das Ehepaar eine Steuerersparnis von 1060 Euro. Hier ist aber die Steuerersparnis mit 1060 Euro geringer als die Summe der Zulagen von 1208 Euro. Somit kann die Sparsumme nicht als Sonderausgabe abgezogen werden. Es bleibt bei den Zulagen, d.h. es erfolgt keine zusätzliche Steuerersparnis.

Fazit: Ob Steuerersparnis mit Zulage oder nur eine Zulage, es lohnt sich in jedem Fall zu "riestern". Verschenken Sie daher kein Geld an den Staat.

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