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Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Kindergeld - Pflicht zur Rückzahlung?

Familien könnten in den nächsten Tagen überrascht sein, wenn die Familienkasse das gesamte Kindergeld für das Jahr 2011 für ein Kind zurückfordert. Dies geschieht immer dann, wenn die Kinder zuviel nebenbei verdient haben. Hierbei ist aber nicht allein die Höhe der Einkünfte entscheidend, sondern auch das Alter des Kindes. Bis zum Erreichen des 18. Lebensjahres wird auf Antrag der Eltern durch die Familienkasse für das erste und zweite Kind 184 Euro, für das dritte Kind 190 Euro und für weitere Kinder 215 Euro Kindergeld im Monat gezahlt. Danach erfolgt die staatliche Förderung für Familien nur noch nach Einhaltung von strengen Voraussetzungen, aber grundsätzlich bis zum 25. Lebensjahr. Ausnahmsweise kann auch ein Anspruch auf Kindergeld über den 25. Geburtstag hinaus bestehen, wenn z.B. ein behindertes Kind seinen Unterhalt nicht selbst bestreiten kann.

Die Hinzuverdienstgrenze, bei welcher das Kindergeld gefährdet ist, liegt für das Jahr 2011 bei 8004 Euro, d.h. wird diese Grenze von einem Kind über 18 Jahre nur um einen Euro überschritten, so entfällt der Anspruch auf Kindergeld und es entsteht ein Rückzahlungsanspruch der Familienkasse, sog. Fallbeil-Prinzip. Unter 18 Jahre können Kinder hingegen unbegrenzt dazuverdienen, ohne dass der Anspruch der Eltern auf Kindergeld gefährdet wäre.

Diese Hinzuverdienstgrenze (Grundbedarf) von 8004 Euro ist aber nicht dasselbe wie der Grundfreibetrag von 8004 Euro oder der Betrag der außergewöhnlichen Belastung von 8004 Euro für Eltern, die keinen Anspruch auf Kindergeld haben, aber Unterhalt absetzen können. Dies soll folgendes Beispiel verdeutlichen:

Eine Familie hat zwei Kinder. Sie sind 17 und 19 Jahre alt. Beide verdienten in 2011 nach Abzug aller Möglichkeiten genau 8005 Euro. Beide zahlen in 2012, obwohl sie den obigen Grundfreibetrag von 8004 Euro überschritten haben, keine Einkommensteuer gem. § 32a EStG. Ihre Eltern werden aber eine Kindergeldrückforderung der Familienkasse erhalten. Dies betrifft nicht das 17-jährige Kind, aber eben das 19-jährige Kind, weil es über 8004 Euro Einkünfte im Kalenderjahr hatte, vgl. § 32 EStG a.F.

Die gute Nachricht ist, dass seit 01.01.2012 alle Eltern grundsätzlich das Kindergeld unabhängig von den Einkünften und dem Alter ihrer Kinder erhalten. Ausnahme: 20-Stunden-Regelung.

Fazit: Für 2011 gilt noch die Altregelung. Ob die Grenze jedoch wirklich überschritten wurde, muss in jedem Einzelfall erst geprüft werden.

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